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Wichtig beim Heizen mit Holz: Nur wirklich trockenes und unbehandeltes Holz verwenden. Foto: roma

 

Bad Brückenau

Sondersitzung zur Energienutzung

Gut war die Resonanz auf die Bürgerumfrage zur Energienutzung in Bad Brückenau. Die Stadt hatte 1097 Eigentümer angeschrieben, über 400 Fragebögen sind zurückgekommen.

Das sei eine sehr hohe Beteiligung, freuen sich Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks, Karl-Heinz Weismantel von der Stadtverwaltung und Wilfried Helfrich vom Büro Helfrich Ingenieure Main-Rhön. Dieses Büro hatte den Auftrag erhalten, einen Energienutzungsplan zu erstellen.

Diesen Energienutzungsplan wird Wilfried Helfrich in der Sitzung des Stadtrates am Dienstag, 31. Januar, vorstellen. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Georgi-Kurhalle. Zwar hatte der Stadtrat erst letzten Dienstag getagt, aber das Thema "Energienutzung" soll in einer gesonderten Sitzung behandelt werden, um entsprechend Zeit für die Vorstellung und die Fragen der Einwohner zu haben.

In diesem Fragebogen ging es darum, den Energieverbrauch für die Wohn- und Geschäftshäuser zu erfassen. Das Büro Helfrich hat die Daten nunmehr ausgewertet. Es zeige sich, dass schon beim Nutzerverhalten erhebliche Einsparmöglichkeiten vorhanden sind. Weiter konnte im Rahmen der Erhebungen festgestellt werden, dass in der Innenstadt zirka 82 Einzelfeuerstätten mit Holz vorhanden sind.

Der Rücklauf an Fragebögen von 32 Prozent sei ein Zeichen, dass das Interesse prinzipiell da ist, erklärte Planer Wilfried Helfrich. Um nachhaltige Energiekonzepte zu erstellen, sei dieser Energieleitplan notwendig. Diese Bestandsanalyse beruht auf Freiwilligkeit. Die vorliegenden Ergebnisse aus der Befragung werden dann hochgerechnet. Kaminkehrer Ralf Rüttiger, mit ihm wurde eng zusammengearbeitet, weiß um die Potenziale, er hat jede einzelne Anlage schon in Augenschein genommen, berichtet Wilfried Helfrich. Prämisse ist die Anonymität.

Den größten Teil machen die Gasheizungen aus, das sind immerhin 70 Prozent, 20 Prozent sind Ölheizungen und der "Rest" beispielsweise Strom und Holz. Das größte Einsparpotenzial, was die Luftreinhaltung angeht, liegt in den Holz- und Kohleöfen, erklärte Wilfried Helfrich. Rauchgasentwicklung, Stichwort Filter, hier werde sich die Industrie auch etwas einfallen lassen müssen. Ganz wichtig: Der Häuslebauer sollte darauf achten, mit wirklich trockenem und unbehandelten Holz – also nicht zerhackten Möbeln - zu heizen. Das unterstrich auch die Bürgermeisterin.

Im Jahr 2016 ist die nächste Luftmessung in der Kurstadt fällig. Das sei zwar noch ein paar Jahre hin, aber "wir wissen schon jetzt, dass wir etwas tun müssen".  Die Feinstaubbelastung sei nur gering, aber das Problem sei der Grobstaub. Schwarzer Grobstaub entsteht vorwiegend durch den Abrieb der Kraftfahrzeugreifen auf dem Asphalt sowie durch Heizen mit Holz und Kohle. Bei diesen offiziellen Luftmessungen sei der zulässige Wert bei schwarzem Grobstaub schon zwei Mal überschritten worden, erklärt Karl-Heinz Weismantel. Laut dem Gutachten komme die größte Belastung allerdings nicht vom Verkehr oder von der Autobahn.

Wie ist es zu schaffen, in 2016 gar nicht in die Problemzone zu kommen, das ist das Anliegen. Auf den Energienutzungsplan folgt die Potenzialanalyse. Solarthermie, Photovoltaik, Windenergie, Biomasse (Holzhackschnitzel, Biogas), Mini-Blockkraftheizkraftwerke (dezentrale Kleinanlagen) – das alles sind Beispiele. Einschränkungen gibt es wegen des Heilquellenschutzes nur bei Erdwärmesonden.

Aus dieser Potenzialanalyse wird dann ein Konzept entwickelt. Und zum Thema "Einsparung" erklärt Wilfried Helfrich: "Energie, die wir nicht verbrauchen, belastet uns auch nicht." Wichtig auch die Effizienzsteigerung: Es laufen so viele alte Pumpen, die einen sehr hohen Stromverbrauch haben. Nach rund drei Jahren sei eine neue Pumpe in der Regel bezahlt.

"Wir sind verwöhnt durch die großen Kraftwerke", die Tag und Nacht Strom liefern, so der Planer. "Wir müssen einen Energiemix anstreben", verweist er auf Sonne, Wind und Biomasse. Und dazu kommen noch Einzelmaßnahmen wie beispielsweise die Dämmung der Gebäude.

Über all das und auch über entsprechende Förderprogramme informiert Wilfried Helfrich die Bürger in der Stadtratssitzung am Dienstag, 31. Januar. Aufklären ist das Anliegen, denn letztendlich ist der Häuslebauer derjenige, der entscheidet.

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