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Michael Paltian. Foto: mar

 

Motten

Selbst in Japan gibt’s eine Paltian-Treppe

52 Mitarbeiter zählt die Firma Paltian Treppenbau, und weitere werden gebraucht. „Wir suchen Mitarbeiter in fast allen Abteilungen, obwohl wir erst letztes Jahr 16 Mitarbeiter eingestellt haben", erklärt Geschäftsführer Michael Paltian. Und welche Voraussetzungen muss der potenzielle Bewerber haben? – "Das Allerwichtigste ist die richtige Einstellung."

In der vierten Generation ist Michael Paltian im Familienbetrieb tätig, sein Vater Werner Paltian und er zeichnen gemeinsam für die Geschäftsführung verantwortlich. Werner Paltian hat das Unternehmen von seinem Onkel übernommen. Die Wurzeln liegen in der Schreinerei, die 1917 gegründet wurde.

Hatte der Familienbetrieb damals noch in Räumlichkeiten im Ort selbst produziert, reichte der Platz bald nicht mehr aus. Im Jahr 1991 siedelte sich das Unternehmen als erster Betrieb in das gerade erschlossene Gewerbegebiet "Am Fuldaer Kreuz" an. "Eingezogen sind wir mit zwölf Mitarbeitern, aktuell haben wir 52 Mitarbeiter", erklärt Michael Paltian. Und ab diesem Zeitpunkt "haben wir uns auf Holztreppen spezialisiert".

Konjunkturschwankungen sorgten seinerzeit auch in dem Familienbetrieb für ein Auf und Ab, die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die Streichung der Eigenheimzulage – das alles bekamen die Paltians auch zu spüren. "Wir waren damals sehr neubaulastig", erklärt Michael Paltian. "Mittlerweile sind wir sehr gut aufgestellt." Ob Neubau, Altbau oder Bestand – beispielsweise Erweiterung oder Aufstockung – überall ist die Firma Paltian im Einsatz. Ganz wichtig sind natürlich ebenso die Geschäftskunden. So gibt es kein Auf und Ab mehr, gleichmäßig werde die Arbeit durchgezogen.

Mit zwei Fertighaus-Unternehmen, die stark im Ausland vertreten sind, arbeiten die Paltians zusammen. Die Schwerpunkte liegen hier in Österreich, der Schweiz und Italien, aber auch in Frankreich, den Niederlanden und Belgien werden diese Fertighäuser errichtet, in denen die Firma Paltian die Treppen einbaut.

"Wir waren schon immer ein Ausbildungsbetrieb, das ist uns sehr wichtig", betont Michael Paltian. Jedes Jahr beginnen zwei Lehrlinge ihre Ausbildung, so dass über die drei Jahre Lehrzeit gesehen immer sechs Lehrlinge in der Firma sind. Im ersten Jahr ist für die Azubis in Vollzeit Schule angesagt, in den Ferien "schnuppern" sie dann in die Praxis hinein. Im zweiten und dritten Lehrjahr sind die jungen Leute im Betrieb. "Unsere Lehrlinge bauen bereits im dritten Lehrjahr Treppen", ist Michael Paltian stolz.

Mit der neuesten Technologie
"Obwohl wir uns auf den Treppenbau spezialisiert haben und damit nicht die ganze Bandbreite des Schreinerberufs abdecken, ist es für den Lehrling kein Nachteil, bei uns seine Ausbildung zu absolvieren", betont der Geschäftsführer. "Wir sind sehr innovativ, haben die neueste Technologie, da kann einiges vermittelt werden."

"Des Weiteren bilden wir Holzfachwerker aus." Dabei handelt es sich um eine „abgespeckte Form“ des Schreiners und ist beispielsweise für jene jungen Leute gedacht, die eine Lernschwäche haben. Die Paltians haben auch mit dieser Schiene der Ausbildung nur gute Erfahrungen gemacht. Da gibt es beispielsweise jenen Mitarbeiter, der im Kinderdorf aufgewachsen ist. "Er ist heute noch bei uns und hat eine Abteilung, die Lackiererei, unter sich." Auch aktuell hat sich ein Schüler beworben, der gerade im achten Schuljahr ist. Er kann zunächst drei Jahre den Beruf des Holzfachwerkers lernen und wenn er Lust hat, noch ein Jahr dranhängen, dann ist er auch Schreiner.

In fast allen Abteilungen werden weitere Mitarbeiter gebraucht. "Aktuell suchen wir Treppenbauer, CNC-Bediener, Lackierer und Monteure." Das Allerwichtigste ist für die Paltians die richtige Einstellung des Bewerbers, "selbst wenn es kein Gelernter, sondern ein Quereinsteiger ist". Wünschenswert wäre der gelernte Schreiner mit Erfahrung im Treppenbau, beschreibt Michael Paltian, "denn wir haben hier eine sehr hohe Qualität". Der potenzielle neue Mitarbeiter müsse beispielsweise die Holzarten genau kennen, die Verbindungen usw., "Schreiner ist schon etwas Spezielles".

Weitere Voraussetzungen wären, es muss Spaß machen, man muss sich mit dem Unternehmen identifizieren und in die Reihen der Mitarbeiter integrieren. "Wir haben hier ein sehr gutes Betriebsklima", unterstreicht Michael Paltian. "Wir sind ein junges Team, auch durch die vielen Neueinstellungen. Es geht nur miteinander." Außerdem muss der potenzielle neue Mitarbeiter sehr flexibel sein, sich vor ein paar Überstunden nicht scheuen und auch mal samstags arbeiten. Und für die Monteure gilt, dass sie viel unterwegs sind, beispielsweise eine ganze Woche im Ausland.

Über 1000 Treppen im Jahr
Ausschließlich Holztreppen stellt die Firma Paltian her, "wir produzieren im Jahr über 1000 Treppen in allen Varianten. Wir stellen uns jeder Anforderung, jedem Wunsch der Architekten nach einer Sonderlösung. Dadurch haben wir uns einen guten Namen gemacht." Mittlerweile hat das Unternehmen eine Zweigniederlassung in Maintal-Dörnigheim, zwischen Hanau und Frankfurt gelegen. "Dadurch sind wir im Rhein-Main-Gebiet stark vertreten."

In zahlreichen Ländern Europas laufen Hausbesitzer oder Geschäftskunden auf den Treppen der Firma Paltian. Und auf eine sehr weite Reise war eine Treppe gegangen, die heute in Japan ein Haus schmückt. "Die ist mit einem Fertighaus per Containerschiff nach Japan gebracht worden, wir haben sie nicht selbst montiert."

Selbst in einem Ferienhaus an der Cote d’Azur findet sich eine Treppe der Paltians. "Es war nur eine kleine Treppe mit vier Stunden Montagearbeit, da war die Anfahrt deutlich länger", schmunzelt Michael Paltian. Aber die Kunden wollten unbedingt eine Paltian-Treppe. "Die Kunden, die Architekten vertrauen uns. Jeder Kunde wird fair behandelt und dann ist das dem Kunden wert."

"Wir sind täglich im Schnitt mit drei bis vier Kolonnen draußen, wir produzieren alles selbst, wir montieren alles selbst", beschreibt der Geschäftsführer. Ob Beratung oder Verkauf – "wir haben dafür nur eigene Mitarbeiter".

Michael Paltian hat seine Laufbahn nicht im elterlichen Betrieb begonnen. "Ich habe ganz klassisch Schreiner gelernt, war dann als Geselle drei weitere Jahre in einem anderen Unternehmen. "Man muss erst einmal draußen Erfahrungen sammeln", war ihm ein wichtiges Anliegen. Dann hat er noch einmal die "Schulbank gedrückt", hat zwei Jahre in Vollzeit die Technikerschule besucht und seinen Schreiner-Meister gemacht. Im Jahr 2000 ging er dann in den elterlichen Betrieb.

Hingucker: Beleuchtete Treppen
Bundesweit – von Hamburg bis München – nachgefragt werden Kragarmtreppen, nennt Michael Paltian ein Beispiel. Die Stufen sehen aus wie aus der Wand gewachsen. Klassische Treppen sind natürlich ebenfalls Thema. Ein Hingucker im wahrsten Sinne des Wortes sind auch die beleuchteten Treppen, die die Firma seit 2004 produziert. "Wir waren dabei mit Sicherheit eines der ersten Unternehmen." Gemeinsam mit einem Hersteller von LED-Technik in Kassel hat die Firma Paltian dieses besondere Angebot entwickelt.

"Wir sind ein reiner Familienbetrieb", unterstreicht Michael Paltian. Seine Mutter Anneliese ist ebenfalls hier beschäftigt. Und die fünfte Generation steht quasi "in den Startlöchern". Denn Söhnchen Jonas ist gar zu gern im Betrieb unterwegs. Und im Büro seines Papas steht eine kleine Spielzeug-Werkbank, die es dem Siebenjährigen sehr angetan hat. Ob er auch mal in die Fußstapfen seines Großvaters und Vaters tritt, das vermag man natürlich nicht zu sagen. Für Michael Paltian und seine Ehefrau Heidi ist es sehr wichtig, dass, wenn es denn soweit ist, die Kinder ihren Weg gehen – in welche berufliche Richtung der auch führt. "Ich habe das auch nie vorgeschrieben bekommen. Den Kindern muss es genauso Spaß machen."

Weitere Infos unter www.paltian-treppenbau.de

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mar

    In der Produktion. Foto: mar

     

    In der Produktion. Foto: mar

     

    In der Produktion. Foto: mar

     

    In der Produktion. Foto: mar

     

    In der Produktion. Foto: mar

     

    Die moderne CNC-Maschine für rund 400.000 Euro. Foto: mar

     

    Er bedient die CNC-Maschine. Foto: mar

     

    In der Arbeitsvorbereitung: Vier Vollzeitmitarbeiter planen, konstruieren und erstellen für die CNC Maschine das Programm für die jeweilige Treppe. Foto: mar

     

    Hier werkelt der kleine Jonas sehr gern. Foto: mar

     

    Eine Spindeltreppe. Foto: Paltian Treppenbau

     

    Eine Tragbolzentreppe. Foto: Paltian Treppenbau

     

    Eine Faltwerktreppe. Foto: Paltian Treppenbau

     

    Eine Kragarmtreppe. Foto: Paltian Treppenbau

     

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