Oberleichtersbach
Schon Leonardo da Vinci entwickelte ein Fertighaus
Das Unternehmen Hanse Haus in Oberleichtersbach hat seit Unternehmensgründung im Jahr 1929 mehr als 30.000 Fertighäuser gebaut.
Ein bis zwei Häuser verlassen täglich die Werke des Unternehmens Hanse Haus im unterfränkischen Oberleichtersbach. Mehr als 360 Mitarbeiter arbeiten dabei Hand in Hand, um Fertighäuser aus der Rhön in weiten Teilen Europas zu bauen. Was heute im deutschsprachigen Raum eines der führenden Unternehmen in der Fertighausbranche ist, begann vor mehr als 80 Jahren ganz klein: 1929 gründete Hermann Wandke die Firma Hanse Haus als Zimmereibetrieb in Lübeck-Travemünde. Seitdem kann das Unternehmen auf mehr als 30.000 realisierte Fertighäuser zurückblicken – Wohnhäuser, Landhäuser, Fachwerkhäuser und Reihenhäuser ebenso wie Büro- und Zweckbauten.
Gartenpavillon "Casa Multabile"
Dabei reicht die Geschichte des Fertighausbaus wesentlich weiter zurück: Kein geringerer als Leonardo da Vinci beschäftigte sich schon Ende des 15. Jahrhunderts mit der vorindustriellen Herstellung typisierter Holzhäuser: Das Universalgenie entwickelte um 1494 sein als Gartenpavillon konzipiertes „Casa Multabile". Und in Amerika beschleunigten einfach zusammensetzbare, vorfabrizierte Holzhäuser die Besiedlung des Kontinents.
Hausbau innerhalb kürzester Zeit
Eine ganz neue Qualität indes sollte das Bauwesen dank der deutschen Architekten Walter Gropius und Konrad Wachsmann erfahren: Die beiden entwickelten ab den 20er Jahren erst unabhängig voneinander, später dann in der amerikanischen Emigration gemeinsam jene Fertigbauweise, wie wir sie heute – verfeinert und modernisiert – kennen. Letztlich ist ein Fertighaus ein Gebäude, das nicht klassisch auf dem Bauplatz aus Rohstoffen und halbfertigen Erzeugnissen Stück um Stück errichtet wird. Vielmehr wird ein Fertighaus in der Fabrik weitgehend vorgefertigt, die vorfabrizierten Bauteile werden dann inklusive technischer Installationen wie Elektrik, Wasser, Heizung und Lüftung zum Bauplatz transportiert und können innerhalb kürzester Zeit zum Fertighaus zusammengesetzt werden.
Hanse Haus kam die Wirtschaftswunderzeit zugute - die 50er Jahre sollten den Fertighausbau generell begünstigen. Nicht nur Materialien waren knapp, auch entschieden sich jetzt viele junge Familien fürs Fertighaus, um Zeit und Kosten zu sparen. Kleine Zimmereien wie Hanse Haus, die Holzfertighäuser bislang in Handarbeit gebaut hatten, konnten jetzt expandieren und auf die maschinelle Produktion umschwenken. 1962 sollte Hanse Haus sein Zweitunternehmen in Oberleichtersbach gründen, 1979 wurde das Werk in der Rhön schließlich zum Hauptwerk ausgebaut.
Ein Jahr zuvor, 1978, hatte die bayerische Schörghuber Unternehmensgruppe die Geschicke bei Hanse Haus übernommen – sie leitet diese bis heute. Neben Immobilien und Bauen, baut Schörghuber zudem auf die Standbeine Getränke und Hotel.
Erfolgsgeschichte international
Zu Hanse Haus gehören inzwischen 35 Ausstellungshäuser und 30 Vertriebsbüros im Gebiet der Bundesrepublik sowie Niederlassungen in Österreich, der Schweiz, Spanien, Italien, Frankreich, Luxemburg, Irland und England. Produziert wird in Oberleichtersbach in zwei Werken. Zudem werden dort im Bauherren-Zentrum seit dem Jahr 2000 verschiedenste Möglichkeiten zur Hausausstattung vorgestellt. Bauherren finden hier auf einer Ausstellungsfläche von 1800 Quadratmetern zum Beispiel eine große Auswahl an Tapeten, Fliesen, Bädern, Bodenbelägen bis hin zu Kaminöfen. Sie können sich über Haus-, Energiespar- und Umwelttechnik informieren und ein anschauliches Bild von allen Ausstattungsdetails machen. In der Praxis heißt das: Jeder Bauherr, der ein Hanse Haus errichtet, kommt mindestens einmal nach Oberleichtersbach, um seine Hausausstattung hier individuell zu planen.
Hoher Qualitätsanspruch
Der Unternehmenserfolg liegt laut Marco Hammer, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Hanse Haus, auch darin begründet, dass Hanse Haus auf eine umfassende Projektbegleitung vom Entwurf bis zum Einzug setzt: Die Mitarbeiter planen und bauen nicht nur Fertighäuser inklusive komplettem Innenausbau, sondern unterstützen die angehenden Bauherren auch schon bei der Grundstückssuche und der individuell zugeschnittenen Finanzplanung. "Hanse Haus Bauherren schätzen unseren hohen Qualitäts-Anspruch und die unkomplizierte Abwicklung ihres Bauvorhabens", so Hammer. Zudem setzt Hanse Haus auf modernste Technik, um Kundenwünsche individuell zu erfüllen: Das geht los bei der zentralen Staubsauberanlage, Sicherheitstechnik oder Multimedia-Anlagen und reicht hin bis zum energieoptimierten Passivhaus oder barrierefreien Wohnen.
Letztlich entscheidet der Kunde auch beim Fertighaus, ob er auf Basis eines Vorschlagsgrundrisses bauen lässt – oder nach freien Architektenentwürfen. "Mit den Hausentwürfen unserer Serie „Edition" zeigen wir attraktive Architekturkonzepte in verschiedenen Stilrichtungen. Ob klassisches Satteldachhaus, zweigeschossige Stadtvilla, moderner Kubus oder seniorengerechter Bungalow – oft bieten wir unseren Bauherren mit einem dieser Grundrisse schon genau die passende Lösung", so Marco Hammer.
Energiesparen - Trend zum Passivhaus
"Die Entwicklung der Energiepreise in den letzten Jahren sensibilisiert Bauherren weiterhin für das Thema Energiesparen. Unsere Häuser sind um 45 Prozent besser gedämmt als vom Staat nach der Energieeinsparverordnung gefordert und können auf Wunsch sogar als Passivhaus ausgeführt werden. Mit einem Hanse-Haus setzen Bauherren auf Energieeffizienz, Umweltfreundlichkeit und niedrige laufende Kosten", erläutert Marco Hammer den Zukunftstrend beim Hausbau.
Trotzdem behält das Unternehmen seine Wurzeln bis ins Jahr 1929 im Blick: Einige Mitarbeiter sind mittlerweile in der dritten Generation bei Hanse Haus beschäftigt. Die Ausbildung eigener Fachkräfte war und ist ein zentrales Anliegen des Traditionsunternehmens: Mit mehr als 30 Lehrlingen in verschiedenen Berufen sorgt die Firma dafür, dass das über Jahrzehnte gewachsene Fachwissen im Fertighausbau auch die nächste Generation erreichen wird.
Infos unter www.hanse-haus.de





























