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Autorin Rosalinde Schwarz mit Walter Kömpel (l.) und Guido Sauer. Foto: mar

 

Volkers

Mit viel Liebe und Gespür für die Historie

"Ein Wahnsinn, da zieh’ ich meinen Hut vor", ist der Mann ganz begeistert, der gerade im Buch "Volkers – Volkersberg, Geschichte und Geschichten" schmökert. Autorin Rosalinde Schwarz freut sich über die tolle Resonanz, die ihr von vielen Seiten entgegenschlägt. Denn nachdem das Geschichtsbuch der besonderen Art erst seit kurzem druckfrisch vorliegt, hat es schon viel positive Resonanz erfahren.

Eine Trilogie soll er werden, der geschichtliche Abriss unter dem Titel "Kultur und Geschichte rund um den Volkersberg" – und das wird er auch. Denn obwohl nach diesem Mammutprojekt mit den ersten beiden Bänden erst einmal Durchschnaufen angesagt ist, Rosalinde Schwarz sprudelt nur so voller Ideen – und sie hat das Material schon parat. Ganz dem Franziskanerkloster Volkersberg wird sich der dritte Band verschreiben. Doch erst einmal der Reihe nach.

Pfarrer Ulrich Debler (†) hatte seinerzeit die Gründung eines Arbeitskreises angeregt. Zum Jubiläum "50 Jahre Jugendbildungsstätte Volkersberg" nahm er sich besonders des Themas "Die Armen Schulschwestern" an, denn speziell die Mädchenbildung war lange vor der Errichtung des Jugendhauses angesiedelt. Von 1859 bis 1921 leiteten die Schwestern der Kongregation der Armen Schulschwestern eine Rettungsanstalt für katholische Mädchen aus der Region mit eigener Privatschule. Pfarrer Debler unterhielt sich mit den Einwohnern über dieses und andere Themen und begann, darüber zu schreiben. Er verstarb kurze Zeit später im November 2004.

"Ich kam im Jahr 2004 zum Arbeitskreis dazu", blickt Rosalinde Schwarz zurück. Sie sollte sich eines Beitrags des Dorfes zur Festschrift "50 Jahre Jugendbildungsstätte" annehmen. "Da fing ich an, ein bisschen in der Geschichte zu kramen." In Volkers wurde sie nicht fündig, sie las die alten Bücher beispielsweise von Prälat Wilhelm Heinz und Dr. Gartenhof. Dann "klopfte" sie in der Stadtbibliothek Bad Brückenau an, das Archiv war ihr Ziel. "Wie könnte man die Dorfgeschichte auf den Punkt bringen?" diese Frage drängte sich angesichts des riesigen Berges an Geschichte auf, wie sich ganz schnell herausstellte.

Und je mehr sie sich einließ auf die Historie, desto neugieriger wurde sie. Sie schaute sich Kirchen an, suchte jedes noch so versteckte Detail. Immer spannender wurde diese Reise durch die Geschichte.

Schließlich war das Kapitel "50 Jahre Jugendbildungsstätte Volkersberg" abgeschlossen und plötzlich hieß es im Jahr 2006, "wir wollten ja eigentlich eine Chronik schreiben....". Zunächst herrschte im Arbeitskreis Ratlosigkeit – wie solch ein Vorhaben angehen, wo können die Recherchen stattfinden? Wie ein solches Werk gliedern, wie mit Leben erfüllen?

Der Arbeitskreis lud Matthias Elm ein, der sich mit der Chronik von Speicherz beschäftigte. Wo könnte entsprechendes Material, wo Unterlagen von einst gefunden werden? Er gab Rosalinde Schwarz eine Auflistung an Archivalien im Staatsarchiv Würzburg und dem Zentralarchiv der Franziskaner in München. Der Geschichte der Franziskaner näher zu kommen, dafür fuhren die beiden Hobby-Historiker beim ersten Mal gemeinsam nach München. Und dann nahm das Ganze so richtig Fahrt auf...

Vieles galt es zu recherchieren. Dann war ja da auch die strittige Urkunde mit der Jahreszahl 1057... Wieder die Frage, wie soll es jetzt eigentlich weitergehen? Rosalinde Schwarz hatte das Fieber gepackt, sie ergriff die Initiative und schrieb eine Gliederung dahingehend auf, wie es losgehen kann. Und so nahm das Ganze schließlich seinen Lauf. Walter Kömpel aus Oberbach stieß zum Arbeitskreis hinzu. Er durchforstete mit akribischem Spürsinn Archive, setzte die handschriftlichen Aufzeichnungen des Franziskanerklosters und die Aufzeichnungen der Volksschule Volkers in Reinschrift. Guido Sauer war mit federführend bei Stoffsammlungen und Korrekturen, begleitete Rosalinde Schwarz in die Archive des Klosters Frauenberg Fulda, des Klosters Kreuzberg und des Klosters Altstadt Hammelburg.

Teilen war angesagt
Irgendwann war der Fundus so groß, das Material würde jeglichen Rahmen eines Buches sprengen. Schon damals standen an die 600 Seiten im Raum... Rosalinde Schwarz regte an, das Ganze zu teilen. Die Pilgerstätte Volkersberg als Thema in den Mittelpunkt eines Bandes zu stellen, das war ihr Vorschlag.

Ursprünglich war geplant, dass das Hauptbuch, also der Band "Volkers – Volkersberg, Geschichte und Geschichten" zum Festkommers anlässlich des Jubiläumsjahres von Volkers erscheint. Doch es gab Probleme – die Graphikerin stieg aus. Was tun? Joachim Weichert aus Zeitlofs sollte einspringen. Und Rosalinde Schwarz hatte mit dem Aufbau ihres Geschäftes – rhoenpuls.de und Sprungbrett-Verlag – alle Hände voll zu tun. Sie merkte, so geht es nicht und schlug vor, das Buch über die Pilgerstätte Volkersberg vorzuziehen. So könnte man die Leute auch neugierig machen auf das Hauptbuch und der Band Pilgerstätte hat sehr gut zur Ausstellung anlässlich des Jubiläumsjahres gepasst.

Schließlich stellte sich heraus – das war genau die richtige Entscheidung. Denn es konnten noch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden – einerseits konnten die Aktivitäten "Volkers feiert seine Jahrhunderte alte Geschichte" mit aufgenommen werden, andererseits waren während der Feierlichkeiten noch so viele alte Fotos "aufgetaucht", die schließlich noch aufgenommen wurden.

Mit viel Ehrgeiz, Engagement und einem unermüdlichen Einsatz an ein solches Werk zu gehen ist die eine Seite. Die andere ist der finanzielle Kraftakt. Dank maßgeblicher Sponsoren und Förderer konnte diese Herausforderung gemeistert werden. Deshalb sagt der Arbeitskreis ein dickes Dankeschön der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken, der gemeinnützigen Stiftung der Sparkasse Bad Kissingen, dem Landkreis Bad Kissingen, der Stadt Bad Brückenau, der Diözese Würzburg und den vielen Spendern und Sponsoren.

Ein Werk ist entstanden, das der Leser gar nicht mehr aus den Händen legen möchte, wie schon so manch einer von ihnen versicherte. Liebevoll zusammengestellt und reich bebildert gibt es einen Einblick in die Geschichte und die Geschichten von Volkers und dem Volkersberg. Und selbst jener (oder jene) Nicht-Volkerser(in) ist begeistert....

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mar

    Wallfahrtskirche Volkersberg um die Jahrhundertwende. Foto: Archiv roma

     

    Post aus Amerika an das Franziskanerkloster. Foto: Archiv roma

     

    Kurgäste um 1900. Foto: Archiv roma

     

    Ortssprecherin Petra Hirschmann, Walter Kömpel, Rosalinde Schwarz, Arnold Brust, Guido Sauer, Rita Weber (alle Arbeitskreis) und Martin Brust, Kirchenverwaltung. Foto: mar

     

    Alte Fotos und Dokumente. Foto: Archiv roma

     

    Goldene Hochzeit im Hause Zeitz. Foto: roma

     

    Bei der Heidelbeeernte. Foto: Archiv roma

     

    Schulklasse anno dazumal. Foto: Archiv roma

     

    Schulklasse im Jahr 1958. Foto: Archiv roma

     

    Franziskanerkloster um 1900. Foto: Archiv roma

     

    Eingang in die Klosterschänke um 1900. Foto: Archiv roma

     

    Eingang "Rettungsanstalt" auf dem Volkersberg um 1920. Foto: Archiv roma

     

    Peter und Anni Weber. Foto: Archiv roma

     

    Radfahrverein im Jahr 1928. Foto: Archiv roma

     

Kommentare

Anzeige: 1 - 5 von 5.
 

Elli Weißer aus Bayreuth

Mittwoch, 15-02-12 08:05

Haus Volkersberg ist für mich bleibende Erinnerung. Tolle Arbeit!!!

 

Ulrike Mohr aus Schweiz

Sonntag, 12-02-12 13:29

Erinnerungen an das Franziskanerkloster werden wach!!!
Gratulation!!!

 

FRED WIBERT aus USA

Sonntag, 12-02-12 13:26



EXCELLENT!!!

 

Helga Omero aus USA

Sonntag, 12-02-12 13:14

Dear Mrs. Schwarz, schon Ihre Ausstellung Lisiecki fantastisch, nun das Buch very großartig!!!

 

John Beshone aus USA

Sonntag, 12-02-12 12:54

Superleistung, haben schon lange auf so ein Buch gewartet. Meine Vorfahren stammen aus der Rhön. Sind vom rhoenpulsvirus angesteckt. Weiter so!!!

 
 

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