Bas Brückenau
Ich hab' richtig Gas gegeben...
Kinderreporter Maximilian Jäger nahm an einem Sichtungslehrgang des DPS in Österreich teil und holte die Goldmedaille beim Rhön-Cup.
Vom 27. bis 29. Januar war ich im Kühtai in Österreich zum U-15 Förder- und Sichtungslehrgang des DPS (Deutsches Paralympisches Skiteam, alpin junioren). Diesmal begleitete mich Norman Möller, mit ihm habe ich schon am Simmelsberg trainiert. Abfahrt war nach der Schule am Freitag um 17 Uhr. Um 22 Uhr kamen wir sehr müde im Kühtai an. Jetzt mussten wir noch das Auto ausladen, die Ski und vor allem die Skischuhe in den Skikeller bringen. Wenn wir die Ausrüstung im Auto lassen würden, dann käme ich am nächsten Morgen nicht in meine Skischuhe, denn von der Kälte werden diese "steinhart". Es ist immer ein "Kampf", bis ich mit meinem linken Fuß endlich im Schuh bin. Aber egal, morgen werde ich sehen wie es wird. So, dann nichts wie ab ins Bett, morgen geht’s früh aus den Federn.
Wir waren sechs Kinder, davon drei Monoskifahrer und drei "Stehende" Skifahrer. Bei diesem U 15- Lehrgang (heißt für Kinder unter 15 Jahre) war es das Ziel, das fahrerische Können zu verbessern. Es ging aber auch um die Förderung der Selbstständigkeit und der Förderung der Teamfähigkeit unter uns Athleten.
Das Skifahren war wie immer toll, es war nur sehr nebelig. Mein Papa Thomas besuchte uns am Samstag im Kühtai, er war in München, denn die ISPO fing am Sonntag an. Es hat lange gedauert, bis er uns überhaupt gefunden hat.
Wir fuhren Slalom und Riesenslalom. Die Zeiten wurden gestoppt und mit Video aufgenommen. Am Abend standen dann die Videoanalyse und die Materialpflege auf dem Programm. Die Trainerin konnte uns anhand des Videos unsere "Fehler" erklären. Die Pflege der Ski ist sehr wichtig, erstens kosten die ganz schön viel und zweitens fährt man mit einem gewarteten Ski viel besser. Die Kanten müssen ab und zu geschliffen werden. Hier kommt es auf den richtigen Schliff an. Dann kommt das Wachsen, auch hier muss man entscheiden, welches Wachs man für welche Schneeverhältnisse nimmt. Also gar nicht so einfach!
Es war mal wieder schön und auf dem Heimweg waren wir noch im McDonalds. Norman lachte, weil ich gar nicht satt wurde und nochmal nachbestellt habe. Skifahren macht eben hungrig!
Am Sonntag, den 12. Februar, war am Heidelstein Lift in der Rhön ein Skirennen vom "SCR-Pokal 2012 Rhön-Cup". Nachdem ich am Sonntag früh endlich meine Skischuhe anhatte, fuhren Mama und ich um 8 Uhr los. Es waren – 16° C, ganz schön kalt. Wir fuhren am "Roten Moor" vorbei, nach Wüstensachsen und dann rechts ab Richtung Hochrhönstraße. Dann auf der rechten Seite ist dann der Lift. Im letzten Jahr an Silvester bin ich hier schon mal ein Rennen gefahren, da war auch Anne dabei. Ich erinnere mich noch mit Schrecken an den Lift, mit dem ich leider gar nicht zurecht gekommen bin. Dies ist ein Stahlseil, an dem ein Plastikbügel dran ist, den man sich dann hinter den Po klemmt. Da das Seil links von mir war und ich mich ja nur mit meiner rechten Hand festhalten kann, war es nicht so einfach. Aber Mama hat mir gut geholfen und so kam ich diesmal mit dem Lift gut zu recht.
Es war ein herrlicher und sonniger Wintertag. Am Start waren 102 Läufer im Alter von fünf bis 14 Jahren. Es werden immer zwei Jahrgänge zusammen gewertet. Mein erster Lauf war nicht so gut, aber ich kam gut durch alle Stangen. Vor dem zweiten Lauf sagte Mama, so jetzt fährst du unter einer Minute. Ich hab richtig "Gas" gegeben und tatsächlich konnte ich meine Zeit um mehr als 10 Sekunden auf 59,28 Sekunden verbessern. Juhu! Ich hab dann noch mit anderen Jungs im Schnee gespielt, denn die Siegerehrung dauerte noch. Dann endlich war es soweit. Als dann meine Altersklasse vorgelesen wurde, wartete ich vergeblich auf meinen Namen. Ich war ganz schön enttäuscht. Aber dann hörte ich wie sie sagten, wir haben noch einen Teilnehmer in der "Paraklasse", den Maximilian Jäger, auf Platz 1! Ich habe mich total gefreut, als ich mit meiner Goldmedaille und meiner Urkunde auf dem Treppchen stand.
Und schon am Freitag fahre ich zum Training an den Götschen und treffe dann wieder die Trainings- und Skiathleten vom Landesleistungszentrum.
Euer Maxi






















