Bad Brückenau
Heuer so viele Schüler wie noch nie
"Das passt gut zusammen: Die Sanierung ist abgeschlossen, jetzt können wir feiern", freut sich Leiterin Daniela Wagner auf das Jubiläum "25 Jahre Musikschule Bad Brückenau".
Zum Auftakt gibt es am Freitag, 16. März, einen Festabend in der Georgi-Kurhalle. Beginn ist um 19.30 Uhr. Schüler und Lehrer werden einen Querschnitt davon zeigen, "was unsere Musikschule alles zu bieten hat". Und auch die Grundschüler werden bereits mit von der Partie sein.
Am 17. April geht dann das Benefizkonzert des Herresmusikkorps 12 Veitshöchheim sprichwörtlich über die Bühne. Dieses Konzert zugunsten der Musikschule startet um 19.30 Uhr in der Wandelhalle im Staatsbad. Karten sind im Vorverkauf erhältlich in der Musikschule (montags bis mittwochs von 14 bis 16 Uhr), in der Tourist-Information im Alten Rathaus (Telefon 09741/ 80411) und in der Staatlichen Kurverwaltung im Staatsbad Brückenau (Telefon 09741/ 802-804).
Außerdem steigt am 11. Und 12. Mai das Musikschulfest mit viel Musik und Information im Staatsbad. "Das war früher der Tag der offenen Tür", erinnert Daniela Wagner. Dabei wird es auch wieder ein Abschlusskonzert in der Georgi-Kurhalle geben.
20 Jahre ist es mittlerweile her, als Daniela Wagner als Musiklehrerin in der Musikschule eingestellt wurde, seit 13 Jahren zeichnet sie als Leiterin verantwortlich. Woran erinnert sie sich besonders gern? Da gab es um das Jahr 2000 die drei Musicals, fällt ihr ganz spontan ein. "Das waren hervorragende Veranstaltungen, die wir auf die Beine gestellt haben." Im Lola-Montez-Saal des Kursaalgebäudes fanden die Aufführungen statt, "das waren Highlights".
Aber es gab in diesen Jahren auch große Einschnitte. Das erste Mal war 1998 der Übergang von der städtischen Musikschule in den Verein, also der Wechsel der Trägerschaft. Und sie erinnert sich noch gar zu gut an die großen Diskussionen im Frühjahr 2005, als der Fortbestand dieser beliebten Einrichtung quasi auf der Kippe stand. Da wurde das ganze so runtergespart, "die Zitrone ist jetzt ausgequetscht. Seitdem schauen wir, dass wir zurechtkommen – mit einem eisernen Sparplan".
Alle Musiklehrer verließen den öffentlichen Dienst. Ein Haustarif wurde eingeführt, "der ist aus meiner Sicht absolut fair. Ich habe immer darauf geachtet, dass alle gleich behandelt werden", ist der Leiterin ein wichtiges Anliegen.
Zehn Lehrer unterrichten an der Musikschule. Zum Angebot gehört auch die Elementare Musikpädagogik und die boomt momentan. "So haben wir den Lückenschluss geschafft zwischen der musikalischen Früherziehung und dem Angebot in der Grundschule. "Singen, hören, schreiben, wissen" (SHSW) – so ist das zweijährige Unterrichtskonzept überschrieben. Und ganz neu auch das WIM-Projekt (wir musizieren). Beide Angebote laufen parallel. Bei WIM handelt es sich um Klassenunterricht und dieser ist kostenlos, SHSW ist freiwillig.
"Wir haben heuer einen riesengroßen Elementarbereich", freut sich Daniela Wagner. In der musikalischen Früherziehung ist der Weg bereitet, weiter geht es mit SHSW, dann sind die Kinder soweit vorbereitet dass sie schon wissen, welches Instrument sie spielen möchten. Heuer ist besonders das Geigespielen sehr gefragt, "das ist sehr interessant". Zehn Kinder, davon ein Junge, werden darin von Regine Brand unterrichtet. "Wir haben auch Kinder auf der Warteliste."
Große Nachfrage
Für den Elementarbereich zeichnet Birgit Frech-Hirschler verantwortlich. André Degand, er unterrichtet Blechblasinstrumente, wird im Elementarbereich mit einsteigen – denn die Nachfrage ist groß. Gitarren- und Gesangslehrer ist Christian Hirschler. Dazu kommt die Rock- und Popgeschichte, denn es gibt auch zwei Bands. "Dafür haben wir keinen Etat, das muss zu 100 Prozent finanziert werden", berichtet Daniela Wagner. Deshalb hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, damit das Ganze besser organisiert werden kann. Dazu gehört beispielsweise auch, sich um Spenden zu kümmern.
Michael Lukaszczyk gibt Unterricht in den Tasteninstrumenten Akkordeon und Keyboard, Jolanta Stankiewicz-Spuziak und Boguslaw Spuziak unterrichten in Klavier. Für die Holzbläserklasse, Klarinette, Querflöte und Saxophon, zeichnen Carolin Klug und Petra Schmitt verantwortlich.
Petra Schmitt ist vom ersten Tag an in der Musikschule tätig, Carolin Klug ist eine Schülerin von ihr. Begonnen mit der musikalischen Früherziehung ging es weiter mit dem Querflöten- und Saxophonunterricht, bis sie Musik studierte. Auch ihre ersten Berufserfahrungen als Musiklehrerin konnte sie in der hiesigen Musikschule sammeln. Und seit geraumer Zeit brilliert sie mit drei weiteren Musikerinnen im Ava-Saxophonquartett. "Das ist solch eine schöne Entwicklung, da freut man sich sehr", ist Daniela Wagner begeistert.
Weitere Musiklehrer in Bad Brückenau sind Czaba Beke, Schlagzeug, und Andrè Degand, Blechblasinstrumente. Daniela Wagner hat ihr Instrument mit dem Schreibtisch getauscht, auch wenn ihr das alles andere als leicht fiel. Denn seit drei Jahren konzentriert sie sich voll auf die Leitung der Musikschule. Das hat sich noch dahingehend verstärkt, dass sie seit September 2010 Vorsitzende des Trägervereins ist. "Ich habe sehr gern unterrichtet. Aber wenn da das Telefon klingelt und muss schnell zum Unterricht – das passt nicht zusammen." Irgendwann müsse man einen Schnitt machen.
Deshalb ist sie diesen Schritt gegangen. Aber natürlich hat sie ihr Instrument nicht völlig zur Seite gelegt. Die leidenschaftliche Musikerin leitet beispielsweise den Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Bad Brückenau, seit zwölf Jahren ist sie hier mit von der Partie. "Das macht mir total Spaß. Ich bin ein Kirchenmusik-Fan durch und durch. Da kann ich mich austoben." Ferner ist sie im katholischen Kirchenchor in Oberweißenbrunn integriert und sie leitet seit 1993 die Blaskapelle in Willmars.
Seit sie sich nun allein auf die Leitung der Musikschule konzentriert, sei alles viel strukturierter, freut sie sich über die Erfolge. Heuer zählt die Einrichtung so viele Schüler wie noch nie - 320 sind es an der Zahl. Darin eingeschlossen sind die Grundschul-Projekte in Bad Brückenau und Oberleichtersbach. Demnächst soll der WIM-Unterricht auch in den Grundschulen in Wildflecken und Schondra laufen. Birgit Frech-Hirschler, sie unterrichtet auch Gitarre, ist bei diesem SHSW-Pilotprojekt dabei. Die Musikpädagogin ist als Dozentin für die WIM-Ausbildung der Kollegen tätig. "Es macht so richtig Spaß", ist Daniela Wagner glücklich über die Fortschritte, "wir werden als Bildungseinrichtung wahrgenommen".
Weitere Informationen unter www.musikschule-brk.de.


























