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Richard Kleinhenz. Foto: mar

 

Unterleichtersbach

Herzhaft und so richtig lecker

Besonders die Hausmacher Wurstsorten erfreuen sich bei den Kunden großer Beliebtheit. Ein absoluter Renner sind auch die Fertiggerichte: Bolognese, Chili con carne, Gulaschsuppe, Schaschlik – all das in der Landmetzgerei Kleinhenz zubereitet und haltbar gemacht - verspricht der Hausfrau mal ein wenig Entlastung, ist ausgesprochen lecker und ruckzuck warm gemacht.

Die Gründung des Betriebes war im November 1988, nach einem Jahr Bauzeit, erinnert sich Richard Kleinhenz sehr gut. Vom landwirtschaftlichen Anwesen zur Metzgerei – das war schon ein ganzes Stück Arbeit. Aber dabei blieb es nicht. Es folgten drei Bauabschnitte, in denen der Betrieb stets vergrößert wurde.

Richard Kleinhenz ist gelernter Landwirt. Er arbeitete zunächst bei der Firma Tank- und Stahlbbau Abersfelder, bis er eine weitere Ausbildung anging: In der Metzgerei Schuricht in Bad Brückenau. Schon vor seiner Lehrzeit war er als Hausmetzger unterwegs und so kam schließlich die Idee, die Landmetzgerei aus der Taufe zu heben. Nach drei Jahren eröffnete er bereits eine Filiale in Bad Kissingen. Heute gibt es Filialen in Großenbrach und Bad Neustadt.

Knapp 50 Angestellte, darunter auch Aushilfen, zählt der Betrieb. Großen Wert hat Richard Kleinhenz stets auf die Ausbildung junger Leute gelegt, zum Teil waren es sehr erfolgreiche Lehrlinge. Seit September 2007 hat die Landmetzgerei die EU-Zertifizierung, einige Jahre, bevor sie zur Pflicht wurde. "Wir waren damals die ersten in Unterfranken, sogar in ganz Franken", ist Richard Kleinhenz stolz.

Bio-Erzeugnisse für Hotels und Kurkliniken
Seit zwei Jahren hat sich der Betrieb der Bio-Schiene zugewandt. Bio-Rindfleisch ist immer zu haben, Bio-Schweinefleisch meistens und Bio-Geflügel wie beispielsweise Pute gibt es auf Bestellung. "Wir beliefern das Dorint-Hotel im Staatsbad mit allen Bio-Erzeugnissen." Und auch Lamm aus der Region, von der Familie Herdt in Römershag gezüchtet, wird in der Landmetzgerei verarbeitet und ans Dorint geliefert. Das hat bislang kein Bio-Zertifikat, noch nicht...

Gerade nach dem Lammfleisch ist die Nachfrage in den Hotels sehr gut, berichtet Richard Kleinhenz. Und die Nachfrage nach Bio-Qualität wachse ständig. Natürlich sei dies auch ein Prozess, ist es Aufbauarbeit, weiß der Fachmann. Aber Bio-Qualität rücke immer mehr in das Bewusstsein der Kunden. So beliefert die Landmetzgerei neben mehreren Dorint-Hotels in ganz Deutschland verschiedene Hotels und Kurkliniken der Region. 

Ein wahrer Renner sind neben der Hausmacher Wurst die Fertiggerichte. Von Gulasch- und Tomatensuppe über Hähnchen süß-sauer bis hin zum Schaschlik und zur Roulade reicht die Palette. All dies wird in der Landmetzgerei zubereitet und ist ausgesprochen lecker – wie daheim selbst gemacht. Sehr beliebt ist auch die naturgereifte Salami, ob Bio oder aus konventioneller Herkunft. "Wir haben eine starke Produktion", so Richard Kleinhenz. Aber auf den "Lorbeeren" ruht sich hier niemand aus. "Wir kreieren jede Woche neue Produkte" – die Kunden wissen es zu schätzen.

Und auch hier ist der Computer heute ein wichtiger "Kollege", der nicht mehr wegzudenken ist. Vor 15 Jahren hat die Landmetzgerei ein entsprechendes Programm neu geschrieben, dies wurde im Laufe der Zeit ständig erweitert und verbessert. "Das Programm muss arbeiten, wie wir es möchten", unterstreicht Tochter Dr. Silvia Kleinhenz. So ist immer eine gleichbleibende Qualität gesichert. So wird beispielsweise eingeben, 50 Kilo Wurst einer bestimmten Sorte werden gebraucht – das Programm listet detailliert auf, welche Zutaten in welchen Mengen erforderlich sind, welche "E" ausgewiesen werden müssen usw.

Für die Bio-Erzeugnisse "beziehen wir unsere Tiere zu 100 Prozent aus dem Biosphärenreservat Rhön", betont Richard Kleinhenz. Mit integriert in die Dachmarke Rhön ist es der Landmetzgerei ein Anliegen, alle notwendigen Produkte aus der Region zu nutzen, wo es eben möglich ist.

Tochter tritt in die Fußstapfen
Sie ist ein Familienbetrieb, die Landmetzgerei Kleinhenz. "Schon bei der Betriebsgründung haben uns die Eltern und Schwiegereltern sehr unterstützt." Und Tochter Silvia erinnert sich ebenfalls noch sehr gut dran, wie der Opa viele Jahre die Lieferungen ausgefahren und die Oma die Etiketten auf die Wurstdosen geklebt hat, bis ins hohe Alter. Ehefrau Inge ist die Seele des Unternehmens, wissen Richard und Silvia Kleinhenz sowie alle Kolleginnen und Kollegen.

Und die nächste Generation steht schon in den Startlöchern. Silvia Kleinhenz wird in knapp zwei Jahren den Stafettenstab von ihrem Vater übernehmen. Bis Dezember 2013 wird Richard Kleinhenz den Hut aufhaben, "das habe ich ihr schon vor 20 Jahren gesagt", schmunzelt er.

Silvia Kleinhenz begann nach ihrem Abitur eine Metzgerlehre. Weil sie das Abi in der Tasche hatte und aufgrund ihrer ausgezeichneten Leistungen konnte sie die Ausbildung in eineinhalb Jahren abschließen. Das war im Februar 2000. Im Mai 2004 ging sie zum Studium, in diesen wenigen Monaten dazwischen absolvierte sie kleinere Praktika. Sie studierte acht Semester Lebensmittelchemie in Würzburg, anschließend begann sie in Kulmbach in der ehemaligen Fleischforschung, heute Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel.

Im November 2007 legte sie in München ihr zweites Staatsexamen ab und "nebenbei" schrieb sie ihre Doktorarbeit, die sie im August 2009 erfolgreich verteidigte. Zweieinhalb Jahre arbeitete sie dann im Institut Romeis in Oberthulba, hatte erst die stellvertretende Laborleitung inne, dann die Laborleitung.

Zwar hat ihr die Arbeit in ihren bisherigen Stellen sehr viel Spaß, doch "dann habe ich gesagt, die Firma hier braucht einen Nachfolger". In ihrem Studium selbst hat sie sich auch viel mit rechtlichen Fragen beschäftigt, in Sachen Lebensmittelkontrolle kann sie mitreden, sie kennt die Zutatenlisten, die Zusatzstoffe und die Allergene beispielsweise wie ihre Westentasche. Damit verfügt sie über ein Wissen, was bei der Metzgerausbildung an sich nicht so geschult wird.

Silvia Kleinhenz ist verheiratet und hat ein einjähriges Töchterchen. Sie freut sich sehr auf ihre Arbeit, auf die neue Herausforderung. Deshalb durchläuft sie, bis sie endgültig die Fäden in die Hand nimmt, zunächst alle Abteilungen – von der Verwaltung bis zur Produktion. "Ich finde es schrecklich, wenn ich verlange, dass jemand etwas kann und ich kann es selbst nicht."

Auch wenn Richard Kleinhenz in knapp zwei Jahren seiner Tochter den Betrieb übergibt, er wird natürlich da sein, wenn er gebraucht wird. "Papa steht mir noch zur Seite", ist sich Silvia Kleinhenz der Unterstützung ihres Vaters gewiss.

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mar

    Silvia Kleinhenz tritt in die Fußstapfen ihres Vaters. Foto: mar

     

    Richard Kleinhenz. Foto: mar

     

    In der Produktion. Foto: mar

     

    In der Produktion. Foto: mar

     

    In der Produktion. Foto: mar

     

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    Im Verkauf. Foto: mar

     

    Im Verkauf. Foto: mar

     

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