Joachim Hunger, Vorstand Freundeskreis für das BKO, Ursula Schleicher, Vorstand BKO, Wulf Teiwes, Vorstand BKO, Kurdirektorin Andrea Schallenkammer, Johannes Moesus, ab 1. Januar Chefdirigent, Matthias Rietschel, Vorstand BKO, und Pavol Tkac, Orchestermanager. Foto: mar

 

Bad Brückenau

Ein Erlebnis wie Liebe auf den ersten Blick

Eine neue Ära beginnt am 1. Januar für das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau (BKO). Nach fast fünf Jahren ohne Chefdirigenten nimmt Johannes Moesus hier den Taktstock in die Hand. "Es war ein Erlebnis wie Liebe auf den ersten Blick", verweist der designierte künstlerische "Chef" auf die erste Begegnung mit dem BKO.

Es war der Wunsch des Orchesters, erst einmal keinen Chef zu haben, blickt Matthias Rietschel, Vorstand des BKO, während einer Pressekonferenz am Dienstag im Regena Gesundheits-Ressort & Spa zurück. Doch die Zeit reift. Er habe Johannes Moesus während eines Konzertes in Hessen kennengelernt. Und er war sehr beeindruckt. "Er passt gut zu uns", war sich der Vorstand sicher. Es gab mittlerweile drei Produktionen gemeinsam, allerdings nicht in Bad Brückenau. Es folgte die Abstimmung und das Orchester habe in sehr großer Übereinstimmung Johannes Moesus als Chefdirigenten für die nächsten drei Jahre gewählt. "Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit", betonte Matthias Rietschel.

Ein Erlebnis wie Liebe auf den ersten Blick beschreibt Johannes Moesus, als er während der Rosetti-Festtage im Ries das BKO erlebte. Johannes Moesus ist der Präsident der Internationalen Rosetti-Gesellschaft und künstlerischer Leiter dieser Festtage. Solch ein wohlklingendes, diszipliniertes Orchester zu erleben... Und nach den drei gemeinsamen Projekten "kam an mich die Frage, ob ich mir vorstellen könnte, die Verantwortung zu übernehmen". Er sei froh, dass das Votum des Orchesters so eindeutig ausgefallen ist.

Mittlerweile hatte er auch Gelegenheit, erste Eindrücke in Bad Brückenau zu gewinnen. Er war vorher noch nie hier, es sei eine Bereicherung für ihn.

Anliegen sei, die Verankerung des Orchesters in der Region weiter zu stärken. Die Zahl der Konzerte in Orchesterbesetzung in Bad Brückenau soll ausgeweitet werden. So wird es in 2012 nicht mehr vier, sondern sechs der belieben Jahreszeiten-Konzerte geben. Der nächste Blick falle auf die deutschlandweiten Aktivitäten und dann der Schritt geografisch ins Ausland. "Den Namen Bad Brückenau ins benachbarte Ausland zu tragen, kann nicht verkehrt sein."

Auf dem Weg voranschreiten, der schon gegangen wird, ist das Ziel. Ein sehr spannendes, abwechslungsreiches Programm sei entstanden, blickte Johannes Moesus auf 2012. Was die Präsentationsformen angehe, könnte das eine oder andere Konzert moderiert werden. Musik und Literatur, Musik und bildende Kunst in Veranstaltungen zu verbinden, auch das werde angedacht. Ganz wichtig sei die Fortführung der Arbeit mit der Jugend, mit den Schulen. Dazu wird es in 2012 ein Ferien-Musikprojekt für Kinder und Musiker geben.

Er habe relativ gut Kontakte zur Schallplattenfirmen und "wir versuchen, schon in 2012 die erste CD zu produzieren", unterstrich Johannes Moesus. Er sei mit Begeisterung bei der Sache und schaue mit große Vorfreude voraus, fasste der designierte Chefdirigent zusammen.

Es war der Wunsch der Musiker, eigene Ideen einzubringen, aber auch eine Klammer um das Ganze wahrzunehmen, erklärte Wulf Teiwes, Vorstand des BKO. Das Programm 2012 stand im Wesentlichen fest, als klar war, dass Johannes Moesus kommt. Ab 2013 wird er das Programmheft voll in der Hand haben und viel mehr Duftmarken setzen.

Einen Ausblick auf die Konzerte gab Orchestermanager Pavol Tkac. Das Dreikönigskonzert "ist schon Tradition und das Eröffnungskonzept unserer Saison". „Aber sehr oft haben wir ein Problem", macht er aufmerksam. Dieses Eröffnungskonzert ist ein gesellschaftliches Ereignis unter dem Motto "sehen und gesehen werden", Walzerseligkeit und Kuschelklassik – die Erwartungen „mit unseren Ansprüchen in Einklang zu bringen“ – "wir haben uns für Don Quijote entschieden".

Ein ausführlicher Bericht über das Jahresprogramm 2012 folgt.

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