Bischofsheim
Dschungelcamp in Bischofsheim?
"Wer sitzt in der Tonne?“ - Hätte Bürgermeister Udo Baumann diese Frage beantworten könne, hätte er sich die Macht im Rathaus auch für die närrischen Tage sichern könne. Doch die Böschemer Maumer waren mit eindeutiger Übermacht vor dem Rathaus aufmarschiert.
Da hatte Baumann keine Chance, ihm standen lediglich sein Stellvertreter Egon Sturm und zwei Damen der Stadtverwaltung zur Seite. Die Stadträte ließen sich beim Rathaussturm gar nicht erst sehen, um den Rathaussessel zu verteidigen.
Für den Sturm auf das Bischofsheim Rathaus hatten sich die Böschemer Maumer etwas ganz besonders einfallen lassen. Vier große Wassertonnen wurden vor dem Rathaus aufgebaut. "Dschungelcamp in Bischofsheim?", wurde zuerst gemunkelt. Muss Baumann in Kakerlaken baden? Nein musste er nicht. In den Tonnen saßen Personen, die er anhand ihrer Hände und eines stark verstellten "Halex" erkennen musste.
Doch bis die Maumer Baumann überzeugen konnten sich der Herausforderung zu stellen, wehrte sich dieser vehement gegen die Machtübernahme. Die Frage ob er lieber gleich aufgeben will, wies er entschieden von sich. "Auf keinen Fall, ich habe die Mehrheit hinter mir.“ Überhaupt verstand Baumann nicht, warum die Maumer aufmarschiert waren. 364 Tage im Jahr habe er vor diesem Tag Jahr für Jahr Angst. "Es ist erschreckend, ich weiß gar nicht was ihr immer von mir wollt.“ Großspurig zählte Baumann seine Verdienste auf. "Ich habe ein Altenheim nach Bischofsheim gebracht, das hat vor mir noch keiner geschafft. Ich bringe eine Stadthalle nach Bischofsheim, auch das hat vor mir noch keiner geschafft." Seine Erfolge habe er ausschließlich seinen Mafiakontakten zu verdanken. "Da lasse ich mich doch nicht von euch aus dem Rathaus vertreiben! Der einzige der euch Kultur beigebracht hat, war ein Frankemer Hollerboller. Ich sehe ja gar nicht ein, das Rathaus zu verlassen."
Die Maumer lachten über des Bürgermeisters Höhenflüge. Siegessicher spielte die Maumerkapelle auf. Und Baumann musste sich dem Wettbewerb stellen, immerhin hatte er ja noch eine Chance, er hätte die vier Personen erkennen können. Doch das war gar nicht so einfach. Drei Männerhände und eine Frauenhand, soviel war schnell klar. Das jeweilige "Halex" wurde so geschickt verstellt, dass Baumann gar meinte, räudige Hühner zu hören. Doch schließlich entlarvte er den ersten: Pfarrer Manfred Endres, der mit einem mächtigen Halex aus der Tonne schoß. Die zweite Person war dann auch bald entlarvt: Theo Peter. Die Frau in der Tonne erkannte Baumann am Tonfall in der Stimme: es war die geschäftsführende Beamtin Ulla Schröder. Blieb Tonne vier, an der Baumann scheitere. Hier drin saß Stadtrat Edgar Schöpner aus Unterweißenbrunn. So musste er sich dann doch geschlagen geben und den Böschemer Maumern die Gewalt über das Rathaus überlassen, die mit freudigem Halex das Rathaus erstürmten.
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