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Das Kaninchen ist ein kleiner Angsthase
Kaninchen gehören zu den beliebtesten Haustieren. Besonders im Frühjahr wünschen sich viele Kinder ein kuscheliges kleines Langohr. Schließlich kommt ja in dieser Zeit auch der Osterhase. Die rhoenpuls.kids-Redaktion hat zwei echte Kaninchen-Experten für einen Artikel gewinnen können.
Silke Plies und Andreas Ruhle haben für euch zusammengefasst, was ihr über Kaninchen unbedingt wissen solltet.
Kaninchen oder Hase?
Kaninchen sind kleine Säugetiere, die an Waldrändern in der Nähe von Wiesen und Feldern leben. Hier graben sie Höhlen, in denen sie die meiste Zeit des Tages verbringen und auch ihre Jungen zur Welt bringen. Die Kleinen bleiben dort zwei bis drei Wochen. Deshalb nennt man sie „Nesthocker“. Anfangs sind sie taub und nackt, nur riechen können sie sehr gut. So erkennen sie auch ihre Mutter. Nach etwa drei Wochen lernen die Kleinen dann die Welt kennen. Kaninchen leben in Gruppen mit vielen Familienmitgliedern. Hasen dagegen leben fast das ganze Jahr allein und bringen ihre Jungen mitten auf einem Feld zur Welt. Dort verbringen sie die ersten Stunden in einer Kuhle, auch „Sasse“ genannt. Sie haben schon Fell und öffnen bald die Augen. Weil sie die Kuhle schon früh verlassen, nennt man sie „Nestflüchter“.
Schnell wie ein Mofa
Kaninchen werden etwa zwei Kilo schwer und sind auf kurzen Strecken sehr schnell. Sie können so schnell laufen, wie ein kleines Mofa fährt (30 – 40 km/h). Sie haben aber nur wenig Ausdauer. Wenn sie flüchten müssen, verschwinden sie schnell in ihrem Bau. Aufpassen müssen Kaninchen vor Katzen, Hunden, Mardern, Füchsen und großen Greifvögeln wie dem Bussard. Sie können nur schlecht sehen, aber Bewegungen registrieren sie sehr gut. Kaninchen leben gern mit ihrer großen Sippe zusammen und mögen fremde Kaninchen gar nicht.
Rinde, Kräuter, Samen
Kaninchen leben dort, wo sie die Nahrung finden, die ihnen am besten schmeckt und bekommt. Das sind verschiedene Gräser, Kräuter, die Rinde von Sträuchern und Bäumen, Blätter, Moos und Samen von Pflanzen. Die Pflanzen helfen ihnen, gesund und stark zu bleiben. Im Winter ist es schwer für sie, diese zu finden. Dann fressen sie vor allem Rinde und ganz junge Bäume. Außerdem fressen sie das, was sie auf den Feldern finden.
Zähne wachsen ständig nach
Die Zähne der Kaninchen wachsen ständig. Pro Woche bis zu einem Zentimeter. Damit sie nicht zu lang werden, müssen sich die Zähne abnutzen. Das geschieht, indem die Kaninchen viel essen und damit viel kauen. Die Zähne reiben sich dabei aneinander ab und bleiben kurz. Gibt man ihnen zu wenig Nahrung oder etwas, was ihnen nicht schmeckt, werden die Zähne zu lang und die Tiere krank.
Frischfutter rund um die Uhr
Kaninchen nehmen täglich viele kleine Portionen Frischfutter zu sich. Davon sollte immer genug zur Verfügung stehen, so dass die Tiere frei wählen können, wann sie fressen möchten. Von Frühling bis Herbst kann man draußen etwas für sie pflücken. Die natürliche Nahrung ist am gesündesten für sie. Ab späten Herbst füttert man dann Gemüse. Am liebsten fressen sie davon das Blättrige, zum Beispiel Kohlrabiblatter, Küchenkräuter, Salate und Möhrengrün. Trockenfutter sollte man gar nicht futtern. Gerade die bunten Mischungen im Handel sind nicht gesund für die Kaninchen und sie brauchen es auch nicht.
Platz zum Hoppeln und Gesellschaft
Kaninchen werden krank, wenn man ihnen nicht genug Platz zum Hoppeln und Spielen gibt. Sie langweilen sich dann und werden dick. Außerdem brauchen sie mindestens ein zweites Kaninchen, damit sie nicht allein sind. Normalerweise leben sie ja wie wir Menschen in Familien. Ideal ist die Paarhaltung, also Häsin und kastrierter Rammler oder zwei kastrierte Rammler. Zwei Häsinnen sind keine gute Kombination, da kommt es häufig zu Streit.
Ruhe und Geduld
Kaninchen sind sehr ängstliche und schreckhafte Tiere, die keine lauten Geräusche mögen. Sie hören viel besser als Menschen - auch Töne, die wir nicht mehr wahrnehmen. Radios oder Fernseher können für sie sehr unangenehm sein. Wenn man Kaninchen an sich gewöhnen möchte, sollte man sie nicht ständig herumtragen oder streicheln. Am besten, man setzt sich hin und wartet, bis sie kommen. Sie sind nämlich sehr neugierig. Wenn man sie dann vorsichtig streichelt und wieder gehen lässt, wenn sie nicht mehr mögen, wissen sie, dass vom Menschen keine Gefahr ausgeht. Dann kommen sie öfter und lassen sich gern streicheln. Wenn man sich den Tieren ruhig und ohne hektische Bewegungen nähert, bleiben sie meist auch ruhig.
Ab in den Garten
Kaninchen schlafen tagsüber sehr viel und werden erst abends richtig munter. Deswegen sollten sie nicht im Kinderzimmer untergebracht werden. Am muntersten sind sie von 22 Uhr bis Mitternacht und am frühen Morgen. Wenn ihr einen Garten oder Balkon für die Haltung habt, dann solltet ihr die Möglichkeit nutzen. Draußen an der frischen Luft fühlen sich unsere Langohren immer noch am wohlsten!
Wenn deine Familie überlegt, sich zwei Kaninchen zuzulegen, weißt du jetzt, auf was ihr euch einlasst, wenn ihr die Tiere glücklich machen wollt. Kaninchen sind keine Kuscheltiere, die in einem Käfig ein glückliches Leben führen. Sie brauchen viel Platz und viel frisches Grün. Wenn du ihnen das bieten kannst, wirst du viel und lange Freude an ihnen haben. Bei guter
Haltung können Kaninchen zehn Jahre und älter werden.
Ein dickes Dankeschön an die Autoren und das Haustierforum im Internet.
Wenn ihr Fragen zum Thema habt, findet ihr auf den Seiten des Haustierforums tolle Tipps zu Anschaffung, Haltung, Ernährung und vielem mehr.
www.dashaustierforum.de
www.kaninchen-wuerden-wiese-kaufen.de
TIPP:
Im Tierheim Wannigsmühle bei Münnerstadt warten viele Kaninchen auf ein neues Zuhause. Schaut dort mal vorbei, bevor ihr in eine Zoohandlung geht:
MACHT MIT:
Ihr habt bereits Haustiere? Dann schickt uns doch mal eure schönsten Bilder von euren Lieblingen, berichtet, wie sie bei euch wohnen und was ihr mit ihnen schon alles erlebt habt. Wir veröffentlichen eure Bilder und Berichte hier auf rhoenpuls.kids. Mehr dazu erfahrt ihr in der Rubrik mach mit!



























