Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau (BKO) hat sich seit seiner Gründung 1979 – damals noch als Kammerorchester Schloß Werneck – mit innovativen Projekten ein spezifisches Profil erworben. Das Orchester besteht aus hervorragenden Berufsmusikern des mitteleuropäischen Raumes, die sich immer wieder zu neuen Projekten als Orchester und in Kammermusikensembles zusammen finden.
Die Pflege regionaler musikalischer Traditionen steht dabei unkonventionellen Aufführungen zeitgenössischer Musik und aufregenden Projekten in musikalischen Grenzbereichen gegenüber. Ein besonderer Schwerpunkt ist die musikpädagogische Arbeit in Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Bildungsträgern. Das BKO arbeitete und arbeitet mit zahlreichen auf ihre Weise außergewöhnlichen Persönlichkeiten zusammen, u. a. mit Morton Feldman, Dave Brubeck, Jacques Loussier, Gerhard Polt, Peter Schreier, Mikis Theodorakis, Arvo Pärt, Karl-Heinz Stockhausen und Pierre Boulez.
In jüngster Zeit profiliert es sich verstärkt auch im klassischen Segment, wie die Konzertprojekte mit Albrecht Mayer, Daniel Müller-Schott, Radovan Vlatkovic und weiteren namhaften Solisten der Gegenwart bezeugen. Das Orchester wurde in seiner mittlerweile über 30-jährigen Geschichte u. a. mit dem Bayerischen Staatsförderpreis, dem Friedrich-Bauer-Preis, dem Siemens-Kulturförderpreis und dem Kulturpreis des Bezirks Unterfranken ausgezeichnet.
Neben eigenen Konzertreihen in Bad Brückenau und Auftritten im süddeutschen Raum spielt das BKO auf traditionsreichen Konzertpodien Deutschlands und Europas. Zwei Südkorea-Tourneen 2006 und 2007 bestätigten ebenfalls seinen hohen künstlerischen Rang, seine Klangkultur sowie seine große Flexibilität in Repertoire und Besetzung. Ein absolutes Highlight für das Ensemble war das Konzert zu Ehren von Papst Benedikt XVI. in Castel Gandolfo im Sommer 2009.
Hochschulpodium
Die Förderung des künstlerischen Spitzennachwuchses und die musikalische Breitenarbeit an der Basis gehören heutzutage gleichermaßen zum Pflichtkatalog eines jeden Orchesters. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar: Hand in Hand mit dem gravierenden gesellschaftlichen Wandel geht die Aufweichung des traditionellen Kulturbegriffs einher, die Digitalisierung unseres Alltags hat eine stark veränderte Freizeitgestaltung insbesondere bei der jungen Generation zur Folge.
Das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau nimmt deshalb seine gesellschaftliche Verpflichtung sehr ernst und intensiviert seine Aktivitäten im Bereich der Musikvermittlung. So übernahmen seine Mitglieder 2010 die Dozententätigkeit bei dem neu ins Leben gerufenen Projekt „Junge Philharmonie Rhön-Grabfeld“ und eine ähnliche Kooperation ist für 2011 mit dem Bezirksjugendsinfonieorchester Unterfranken angedacht.
Unsere Musiker engagieren sich zudem im Rahmen des Pilotprojektes „WIM – Wir musizieren“. Für die Konzeption und Ausarbeitung dieses Projektes ist es gelungen, viele Verbände und Institutionen in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg an einen Tisch zu bringen und de facto alle Kräfte in Unterfranken zu vernetzen, denen die Notwendigkeit einer frühzeitigen und kontinuierlichen musikalischen Bildung in den Schulen am Herzen liegt.
Dass es sich lohnt, in die Jugend zu investieren, zeigt schließlich die Konzertreihe „Hochschulpodium“ – eine vorbildliche Kooperation mit dem Dorint Resort & Spa Bad Brückenau. Auch 2011 werden im Kuppelsaal des Vier-Sterne-Hotels reife Früchte in Form von beeindruckenden musikalischen Leistungen der begabten Studenten der deutschen Musikhochschulen geerntet.
Die Zwischenspiele
Der Name ist Programm: In den Monaten ohne Jahreszeitenkonzerte ruht der Konzertbetrieb am Sitz des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau nicht. Ganz im Gegenteil: Die Kammermusikreihe der Staatlichen Kurverwaltung Bad Brückenau, „Zwischenspiele“, bietet den Mitgliedern des Kammerorchesters in der Zeit „dazwischen“ ein Forum für die Selbstverwirklichung und allen Besuchern des Staatsbades ein hochkarätiges und abwechslungsreiches Konzertangebot.
Von Bach bis Piazzolla, von Japan bis Mexiko, von der Wiener Klassik bis zu den Königen der Walzerara reicht die zeitliche, räumliche und stilistische Bandbreite bei den „Zwischenspielen“ im Jahr 2011. Unter dem Aspekt regionaler Verwurzelung des Kammerorchesters ist besonders das Konzert „Auf Spuren von Mr. Gershwin“ im Wonnemonat Mai hervorzuheben, bei dem als Gäste zwei etablierte Künstler aus dem Landkreis mitwirken: der Bad Brückenauer Gitarrist Siegfried Remberger sowie der Pianist und Arrangeur Christoph Stibor aus Bad Kissingen.
Im ländlich geprägten Raum ohne große Konzertsäle stellt die Kammermusik dank der kleinen Besetzung eine hervorragende Möglichkeit dar, in oftmals historischen Räumlichkeiten von besonderer Atmosphäre dem breiteren Publikum qualitativ hochwertige Klassik naher zu bringen. Die Strategie der Kräftebündelung in diesem Bereich äußert sich in der intensiveren Zusammenarbeit mit der Kulturagentur des Landkreises Rhön-Grabfeld, die es 2011 ermöglicht, gleich drei „Zwischenspiele“ im wunderschön restaurierten Kloster Wechterswinkel bei Bad Neustadt an der Saale zu präsentieren. Eine vorteilhafte Synergie für beide Partner und vor allem ein Gewinn für die Bevölkerung der ganzen Region!


















